Wasser fördern mit Sonnenschein statt mit Diesel
05.01.2025•Siegfried Beyer
Schon seit Längerem wünschte sich das Führungsteam des landwirtschaftlichen Ausbildungszentrums in Sandiara einen Ersatz für den Dieselgenerator und die bisherige Pumpe. Zum einen, weil die vom Dieselgenerator angetriebene Elektropumpe alle paar Jahre kaputt ging, zum anderen, weil man eine sparsame und umweltfreundliche Lösung anstrebte. Als Elektroingenieur und Hausbesitzer mit eigener Photovoltaik-Anlage, Wärmepumpe und Elektroauto bin ich mit der Materie gut vertraut und konnte diesem Vorschlag viel abgewinnen. Trotz der Bedenken einiger Weniger gelang es, die Finanzierung für die neue Pumpe zu sichern: Zwei Drittel der Kosten konnten auf einer Hochzeitsfeier eingeworben werden, das verbleibende Drittel übernahm die Senegalhilfe‑Stiftung. Insgesamt wurde eine elektrische Leistung von 4,5 kWp installiert, die in der Lage ist, auch bei bewölktem Himmel eine spezielle 2,5‑kW‑Tiefbrunnenpumpe zu betreiben.
Das Wasser wird aus einer Tiefe von 44 m in den Hochbehälter gepumpt, dessen Wasseroberfläche im gefüllten Zustand 15 m über dem Grund liegt. Eine Elektronik wacht darüber, dass die Pumpe nicht trocken läuft, der Behälter nicht überläuft und nachgepumpt wird, wenn der Wasserstand im Hochbehälter unter ein gestimmtes Niveau gesunken ist.
Das Volumen des Hochbehälter ist groß genug, um die Wasserversorgung für einige Tage sicherzustellen, falls die neue Pumpe ausfallen sollte. Darüber hinaus dient der alte Dieselgenerator jetzt als Backup für den Fall, dass die PV-Anlage nicht ausreichend Strom liefern kann. Seit Installation der Anlage im Januar 2025 und der Beseitigung kleinerer Probleme mit den Schwimmschaltern, läuft die Anlage bis heute (Mai 2026) fehlerfrei und spart jedesJahr über 1.200 € an Kosten für Dieselkraftstoff.



