Patenschaften
Der Senegalhilfe-Verein hat von Anfang an seine Schwerpunkte auf den Bau und die Gestaltung größerer Projekte gelegt und sich damit der großen Zielsetzung der Entwicklungsarbeit angeschlossen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die tägliche Begegnung mit Menschen, die in ihrer Armut unsere Hilfe suchten und damit vor unserer Tür standen, hat uns herausgefordert, auch etwas für die humanitäre Hilfe zu tun. Daraus entwickelte sich die Patenschaftsarbeit als neuer Zweig der Aktivitäten des Senegalhilfe-Vereins, der uns sehr am Herzen liegt und derzeit rund 100 Patenkinder betreut. Wie sieht eine solche Patenschaft aus?
Unsere Paten unterstützen ihr Patenkind mit 35,– € monatlich. Je nach Bedarf wird das Patengeld verwendet für den Lebensunterhalt, den Schulbedarf, die medizinische Versorgung und die Schulausbildung der Kinder. Mindestens einmal im Jahr sehen wir jedes Kind persönlich, sprechen mit ihm und den Eltern und überprüfen, ob die Art der Zuwendung verändert werden muss. Viele dieser Patenkinder kennen wir schon seit Jahren und nehmen an ihrer Entwicklung teil.
Wer sind unsere Patenkinder?
Grundsätzlich werden von uns Kinder unterstützt, die in ärmlichen Verhältnissen leben, darunter auch viele Kinder, die leicht bis schwerst behindert sind (zum Beispiel durch Kinderlähmung, Geburtsfehler, Unfallfolgen oder genetisch bedingte Schäden). Bei diesen Kindern stehen die medizinische Versorgung und die Entlastung der Familie im Vordergrund. Manche Beeinträchtigungen sind so stark, dass wir diese Kinder zu Hause besuchen müssen. So weit unsere Zeit reicht, suchen wir auch gesunde Kinder in ihren Familien auf, damit wir uns über ihre Lebensverhältnisse ein besseres Bild machen können.
Einigen Patenkindern wird durch die Patenschaften der Besuch einer öffentlichen Schule ermöglicht. Im Senegal gibt es zwar eine Schulpflicht, aber um die Schule zu besuchen, muss für jedes Kind pro Schuljahr eine Einschreibgebühr bezahlt werden. Dazu kommen die Kosten für Schulbücher, Schulhefte, Blöcke, Stifte, Schulkittel und vieles mehr. Viele Familien sind deshalb nicht in der Lage, allen oder wenigstens einem ihrer Kinder einen Schulbesuch zu ermöglichen. Mit den Patenschaften verfolgen wir das Ziel, nicht nur einzelne Kinder zu fördern, sondern möglichst vielen den Weg einer guten Schulbildung und anschließender Berufsausbildung zu öffnen. Nur gut ausgebildete Menschen haben Chancen, ihr Leben und die Verhältnisse in ihrem Land zu verändern.
Oft ist es auch eine akute Notsituation, in der wir mit einer Patenschaft Hilfe leisten, wie zum Beispiel im Falle unseres jüngsten Patenkindes Aliou. Als seine Großmutter mit ihm eines Abends vor unserer Haustür saß und uns um Hilfe bat, war er vier Monate alt, das zehnte Kind seiner Mutter, die bei seiner Geburt gestorben war. Seine neun Geschwister wurden auf die Großfamilie verteilt, Aliou blieb bei seiner Großmutter, die in größter Armut lebt und nicht in der Lage war, für ihn eine ausreichende und altersgerechte Ernährung zu beschaffen. Er litt unter einer lebensbedrohlichen Unterversorgung und musste deshalb stationär im Krankenhaus behandelt werden. Eine Patenschaft ermöglicht ihm nun eine angemessene Ernährung und die notwendige medizinische Versorgung.
Wie sind die Pateneltern eingebunden?
Auf den Austausch mit den deutschen Pateneltern legen wir sehr großen Wert. Alle Pateneltern bekommen einmal im Jahr einen Brief von uns mit einem aktuellen Bild, sowie einen Bericht über die aktuelle Situation ihres Patenkindes. Dadurch erhalten die Pateneltern nicht nur Informationen über die Entwicklung ihres Patenkindes, sondern auch einen Einblick in die senegalesische Kultur.
Kommt das Patengeld an?
Für uns ist es wichtig, dass die finanzielle Hilfe hundertprozentig bei den Bedürftigen ankommt. Der dabei entstehende Verwaltungsaufwand wird von Freunden übernommen, so dass dem Patenkind das Patengeld ohne Abzüge zu Gute kommen kann. Die Auszahlung erfolgt je nach benötigter Hilfe über den jeweils zuständigen Leiter eines der von uns errichteten Behindertenzentren.
Wie werde ich Pate?
Um Pate zu werden, kontaktieren Sie uns einfach. Wir werden dann mit Ihnen zusammen ein Patenkind für Sie finden.
Wie kann ich eine Patenschaft beenden?
Unsere Pateneltern helfen, so lange es ihnen möglich ist. Sie können ihre Patenschaft jeder Zeit ohne Angabe von Gründen beenden.
Unser Anliegen und unsere Verpflichtung
Mit jeder Patenschaft und mit jeder Spende gehen wir sehr achtsam um, denn wir sind uns unserer großen Verantwortung bewusst. Wo immer es möglich ist, versuchen wir, den Patenkindern und jungen Erwachsenen ein menschenwürdiges Leben und einen Platz in der Gemeinschaft zu vermitteln.
So sind aus einigen dieser Patenkinder mittlerweile junge Erwachsene geworden, die durch die Patenschaften eine praktische Perspektive für ihr Leben und sogar Chancen auf einen Arbeitsplatz gewonnen haben.
Die Geschichte von Aliou in Bildern
Aliou war zum Zeitpunkt der Begegnung mit dem Verein vier Monate alt.
Er war das zehnte Kind seiner Mutter, die bei der Geburt gestorben ist; die neun Geschwister wurden in der Großfamilie verteilt, Aliou blieb bei der Großmutter.
Die Großmutter lebte in großer Armut und konnte keine altersgerechte Ernährung beschaffen, Aliou war lebensbedrohlich unterversorgt und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Durch eine Patenschaft erhielt er anschließend angemessene Ernährung und notwendige medizinische Versorgung.
So haben wir Aliou gefunden (sein Alter: 4 Monate)
Aliou im Krankenhaus
Aliou im November 2013
Andere Patenschaften
Amadou
Assiata
Faye Ndeye
Eine Frauengruppe des SHV zusammen mit Frau Ursula Jung (vorne), die die Patenschaften betreut. Hier mit dem Leiter des Zentrums für Behinderte in Mbour Mamadou Fall bei der Arbeit.
Heute (2026) betreut der Verein ca. 120 Patenschaften (überwiegend Kinder, aber auch einige bedürftige Erwachsene). Die bisherige karteikartengestützte Verwaltung konnte mittlerweile digitalisiert werden, wodurch der Arbeitsaufwand erheblich reduziert wird und sich die Zuverlässigkeit und die Verfügbarkeit der gespeicherten Daten deutlich erhöht.
Die Verwaltungsarbeit, die Korrespondenz mit den Spenderinnen und Spendern sowie die Betreuung der Patenkinder vor Ort liegen in den Händen von Karin Wüst. Als langjährig engagiertes Vereinsmitglied bringt sie dafür viel Erfahrung mit. Aktuell arbeitet sich auch Christine Diephold in diesen Bereich ein und wird Karin künftig unterstützen. Ergänzend steht ihnen Rita Kühle, die dem Verein seit Jahrzehnten verbunden ist, mit ihrem wertvollen Erfahrungsschatz zur Seite.









