Ziele des Vereins
Der Senegalhilfe‑Verein e.V. (SHV) engagiert sich seit mehr als vier Jahrzehnten gegen Armut, Perspektivlosigkeit und Fluchtursachen im Senegal. Gegründet wurde der Verein am 13. Februar 1985. Was Anfang der 1980er‑Jahre mit der privaten Initiative von Doris Racké und ihrem Freundeskreis und ersten medizinischen Hilfsgüterlieferungen aus der Pfalz begann, ist heute ein lebendiger, spendenfinanzierter Verein mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Bildung, Gesundheit und landwirtschaftliche Ausbildung. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Paul Brechtel, Astrid Diehl, Dr. Klaus Diehl, Ursula Jung, Gerhard Jung, Joseph Krekeler, Doris Racké, Dieter Racké und Dr. Walter Reichhold.
Unser Motto ist Hilfe zur Selbsthilfe: Wir unterstützen Menschen so, dass sie ihre Zukunft eigenständig gestalten können.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung im Senegal, unabhängig von Geschlecht, Religion oder politischer Zugehörigkeit. Mit der Unterstützung von mehreren tausend Spenderinnen und Spendern konnten wir im Laufe der Jahre Kindergärten und Schulen aufbauen, drei Behindertenzentren bauen und unterstützen sowie Ausbildungsplätze schaffen. Viele dieser Einrichtungen begleiten wir langfristig, damit sie sich nachhaltig entwickeln und an neue Herausforderungen anpassen können.
An drei Standorten in Mbour, Thiès und Tivaouane (siehe Karte) hat der Senegalhilfe-Verein Zentren für die handwerkliche Ausbildung von körperbehinderten Menschen gebaut und unterstützt diese weiterhin beratend und mit finanziellen Mitteln.
Hilfe zur Selbsthilfe - Existenzgründungen
Hinter der handwerklichen Ausbildung in den Behindertenzentren steht als letztes Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln. In vielen Fällen ist es gelungen, jungen behinderten Handwerkerinnen und Handwerkern nach Abschluss ihrer Lehre eine Existenzgründung zu ermöglichen. Was dazu nötig ist, stellt der Senegalhilfe-Verein zur Verfügung. So wurden z. B. im Laufe der Jahre für mehr als 30 Schneider kleine Werkstätten eingerichtet, d.h. mit Nähmaschinen, Tischen, Stühlen und Regalen ausgestattet. Stoff, Scheren, Nähgarn und Nadeln gehören selbstverständlich für den Anfang auch dazu. Mit ihrem in der Ausbildung erworbenen Wissen und dieser Grundausstattung ist es dann möglich, für den Lebensunterhalt zu sorgen und damit ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Auf ähnliche Weise wurde einer Friseurin und mehr als 10 Schuhmachern geholfen. Auch andere Möglichkeiten der Existenzgründungen werden genutzt: Bau und Einrichtung kleiner Verkaufskioske oder Beschaffung von Pferd und Wagen.
Pädagogische Aufgaben in Mbour, Thies und Tivaouane
Im Bereich der drei Behindertenzentren werden auch pädagogische Aufgaben wahrgenommen. Dazu gehören die Hauswirtschaftsklassen und die Kindergärten. In den Hauswirtschaftsklassen erwerben junge Mädchen Kenntnisse und Fähigkeiten häuslicher Arbeit, einschließlich Gesundheits- und Ernährungslehre. Im Unterricht werden auch Fragen der Sexualethik und der Familienplanung behandelt.
Kindergärten sind auch in Senegal wichtige Einrichtungen der vorschulischen Erziehung und der Sozialisation der Kinder. Leider gibt es immer noch viel zu wenige Kindergärten. Ein Grund mehr, dass sich der Senegalhilfe-Verein auf diesem Gebiet engagiert. Die Kinder sind wie überall in der Welt - sie wollen spielen, singen und fröhlich sein. Andererseits haben die Kindergärten einen Lehrplan, der Gaben und Fähigkeiten der Kinder entwickelt. Dazu braucht man auch in Senegal gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher.
Die Arbeit des Senegalhilfe-Vereins wäre weder sinnvoll noch möglich, wenn die Projekte nicht von einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen und geleitet würden. Gerade in der Leitung der Behindertenzentren sind hervorragende Persönlichkeiten tätig, die gut qualifiziert und kompetent, selbstbewusst und kooperativ ihre Aufgaben erfüllen. Diese Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass der Senegalhilfe-Verein ein drittes Behindertenzentrum in der Stadt Tivaouane gebaut hat. Dieses Zentrum wurde am 6. Mai 1999 eröffnet.
Ein Herzstück unseres Engagements ist das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum in Sandiara, rund 25 Kilometer östlich von Mbour. Auf einer Fläche von etwa sechs Hektar lernen dort junge Frauen und Männer moderne und zugleich angepasste Formen des Gemüseanbaus und der Tierhaltung kennen, leben während der Ausbildung im angeschlossenen Internat und werden auch beim Start in die eigene landwirtschaftliche Existenz begleitet. So stärken wir Kleinbetriebe, schaffen Einkommen im ländlichen Raum und setzen ein Zeichen gegen Landflucht und ausweglose Perspektiven in den Großstädten.
Unsere Projekte entstehen immer in enger Kooperation mit Partnerinnen und Partnern vor Ort im Senegal. Sie wissen am besten, was gebraucht wird, welche Lösungen kulturell passen und langfristig tragfähig sind. Regelmäßige Besuche und der persönliche Austausch mit den Menschen in den Dörfern, Schulen und Einrichtungen sind für uns ebenso wichtig wie eine sorgfältige und transparente Verwendung der anvertrauten Spendengelder.
Der Senegalhilfe‑Verein e.V. ist als gemeinnützig anerkannt, alle Projekte werden ausschließlich durch Spenden ermöglicht. Alle Engagierten arbeiten ehrenamtlich, damit die Hilfe möglichst direkt bei den Menschen im Senegal ankommt. Gleichzeitig legen wir Wert auf eine klare Dokumentation unserer Aktivitäten und eine offene Kommunikation mit Unterstützerinnen und Unterstützern – von der Projektübersicht bis hin zu den Arbeitsberichten und Pressenachrichten.
Ein wichtiger Partner unserer Arbeit ist die Senegalhilfe‑Stiftung, die den Verein regelmäßig unterstützt. Sie trägt vor allem dazu bei, die bauliche und technische Infrastruktur unserer Projekte zu erhalten – von Reparaturen an Gebäuden über die Instandsetzung von Brunnen und Bewässerungsanlagen bis hin zur Erneuerung wichtiger Ausstattung. Dadurch bleibt die langfristige Nutzung von Schulen, Behinderteneinrichtungen und dem landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum in Sandiara gesichert, und die laufenden Spenden des Vereins können gezielt in die inhaltliche Weiterentwicklung der Projekte fließen. Stiftung und Verein arbeiten dabei eng zusammen, stimmen Maßnahmen ab und sorgen gemeinsam dafür, dass bereits geschaffene Strukturen nicht nur entstehen, sondern dauerhaft erhalten bleiben.
Auch nach über 40 Jahren Vereinsgeschichte verstehen wir uns als lernender Verein. Neue gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen im Senegal greifen wir auf, indem wir bestehende Projekte weiterentwickeln und gemeinsam mit unseren Partnern neue Wege erproben. Wer uns unterstützt – mit einer Spende, einer Fördermitgliedschaft oder aktivem Mitwirken – wird Teil eines Netzwerkes, das konkrete Veränderungen vor Ort möglich macht.
Über jede konstruktive Kritik und jedes Feedback zu unserer Arbeit und zu dieser Website freuen wir uns sehr – sie helfen uns, den Senegalhilfe‑Verein e.V. und unsere Projekte ständig weiter zu verbessern.
