Zentrum für körperbehinderte Menschen in Mbour
Schon 3 Jahre nach der Vereinsgründung (1988) konnte das Zentrum für Körperbehinderte mit Ausbildungswerkstätten und Büro errichtet werden. Damals war dieses Zentrum die erste Einrichtung dieser Art im ganzen Land und Vorbild für andere. Inhaltliche Anstöße und Argumente für die Ausrichtung auf die Behindertenarbeit kamen von der jungen, selbst behinderten Aktivistin Khady Guèye aus Mbour, die sich im nationalen Behindertenverband engagierte. Leiter des Zentrums im Mbour ist seit 1995 Mamadou Fall; er ist gleichzeitig auch Präsident des Behindertenverbands der Region Thiès.
Im Lauf der Jahre wurde das Zentrum für Behinderte immer wieder erweitert, es kamen hinzu:
1991 wird ein Kindergarten (Vorschule) für 120 Kinder auf dem Gelände der Zentrums gebaut. Der Senegalhilfe-Verein hat für den Kindergarten in Mbour die Ausbildung vermittelt und die Kosten dafür übernommen
Im Nachbargebäude, der sogenannten Annexe, entstand 1996 eine orthopädische Abteilung, in der ein Facharzt für Orthopädie (Dr. Cheikh Guindo aus Dakar) Menschen mit Behinderung untersucht und behandelt. Parallel dazu wurde auch noch eine orthopädische Werkstatt eingerichtet, in der Prothesen für körperbehinderte Menschen angefertigt werden. Ergänzt wird das Angebot durch eine Krankengymnastik zur Rehabilitation. Die orthopädische Praxis mit der zugehörigen Werkstatt in der „Annexe“ benötigt finanzielle Unterstützung, weil viele Patientinnen und Patienten ihre Behandlung sonst nicht bezahlen könnten. Hierbei leistet die protestantische Kirchengemeinde Grünstadt eine große Hilfe, weil sie seit vielen Jahren die Arbeiten der Orthopädie regelmäßig finanziell unterstützt.
Ein Veranstaltungssaal (Salle de Spectacle) mit Tischen und Bestuhlung für ca. 100 Personen. Dieser Saal wird für lokale Veranstaltungen vermietet, wodurch dem Zentrum eine kleine Einnahmenquelle zur Verfügung steht. Außerdem nutzen die an den verschiedenen Projekten beteiligten Senegalesen den Saal für gemeinsame Treffen.
Ein Basketballplatz (2012) für Rollstuhlfahrer. Durch das regelmäßige Training werden Koordination und Beweglichkeit deutlich verbessert, was auch den Alltag im Rollstuhl erleichtert. Durch den Rollstuhlbasketball können die Sportler neue Lebensfreude und mehr Selbstvertrauen gewinnen, weil sie trotz Behinderung leistungsorientiert Sport treiben können. 2023 gewannen die Parabasketballer aus Mbour die Landesmeisterschaft in dieser Sportart. Aktuell (2026) sind drei Spieler dieser Mannschaft im Kader der sengalesischen Nationalmannschaft.
Ein Lehrraum mit entsprechender Ausstattung für den Unterricht einer Hauswirtschaftklasse. Hier werden junge Frauen mit und ohne Behinderung drei Jahre lang in Hauswirtschaft unterrichtet und schließen die Ausbildung mit einem entsprechenden Zertifikat ab. Seit vielen Jahren engagiert sich hier Doris Horbach, indem sie selbst Unterricht gibt und neue Techniken und Ideen in die Ausbildung einbringt.
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Auf dem Gelände der Annexe gibt es ausserdem eine Tischlerei.
Geräte und Maschinen stammen aus Deutschland. Amadou wurde entsprechend ausgebildet und fertigt gemeinsam mit einigen Angestellten Möbel an. Dabei stattet er die meisten der von uns gebauten Schulen und Vorschulen bei ihrer Erstausstattung mit Tischen und Bänken aus.


